Sendung vom Samstag, 24.3.2007 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Uwe Kossack

Im Wünschen übertrifft ihn keiner. Martin Walsers Figuren wünschen halt- und schonungslos Anerkennung, Verstehen, Liebe. Und sie wünschen sich, anders zu sein, als sie sind. Weil Martin Walser aber Gesellschaftsromane schreibt, und alles, was ihm als Zeitgenossen widerfährt, zu Literatur umformt, zeigt er im privaten Manko der Figuren das Gesellschaftliche. So gesehen war und ist der große realistische Erzähler immer auch ein politischer Schriftsteller. Martin Walser hat unser Land in den vergangenen 50 Jahren immer wieder porträtiert, in Romanen und Theaterstücken. Und Entwicklungen, die ihm nicht passten, widersprochen in Aufsätzen, Reden und Zwischenrufen. Womit er sich regelmäßig in Schwierigkeiten brachte. Mal galt er als Kommunist, dann wieder als Nationalphantast und eine Weile glaubten manche, er sei Antisemit.
Buchtipps:
Angstblüte
Martin Walser
Rowohlt Verlag Reinbeck 2006
ISBN Nr.: 3498073575
22,90 Euro
Der Augenblick der Liebe
Martin Walser
Rowohlt Verlag Reinbeck 2004
ISBN Nr.: 3498073532
19,90 Euro
Die Verwaltung des Nichts
Martin Walser
Rowohlt Verlag Reinbeck 2004
ISBN Nr.: 3498073540
22,90 Euro
Letzte Änderung am: 18.02.2007, 03.34 Uhr