Sendung vom Samstag, 18.2. | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Werner Witt
Prof. Heiner Keupp hat den populären Begriff "Patschwork-Identität" geprägt. Wissenschaftliche Fragen verbindet er auch nach seiner Emeritierung 2008 mit sozialem Engagement. Die Reform der Psychiatrie in der Bundesrepublik hat er bereits als junger Professor für Sozial- und Gemeindepsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München nachhaltig beeinflusst. Heiner Keupp ist Vorsitzender der Berichtskommission des Kinder- und Jugendberichts des Deutschen Bundestags. Zurzeit wertet er zahlreiche Berichte von Kindern und Jugendlichen aus, die vor Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs in Bayrischen Klöstern wurden. Die Folgen, welche Stress, Beschleunigung im Alltag, Vereinzelung, Verlust von Vorbildern und Wertewandel in der Moderne haben, beschreibt er ebenso kritisch in Bezug auf vermeintliche Gewinner des gesellschaftlichen Wandlungsprozesses wie Manager oder Verlierer wie Straßenkinder. Sein "Herz schlägt links", daraus macht Keupp keinen Hehl. Er hat bei den Neomarxisten Adorno und Horkheimer in Frankfurt studiert.
Letzte Änderung am: 20.02.2012, 11.19 Uhr