im Gespräch mit Lerke von Saalfed
Sendung vom Samstag, 14.1. | 17.05 Uhr | SWR2
In der ARD-Tagesschau wurde Steven Uhlys zweiter Roman – "Adams Fuge" – gefeiert als literarischer Anti-Sarrazin. Der Autor kannte jedoch Sarrazins Buch noch gar nicht, als er seinen Roman verfasste.
Vielmehr schöpft Uhly aus seinen persönlichen Erfahrungen: Geboren 1964 in Köln als Sohn einer Deutschen und eines Bengali, aufgewachsen beim spanischen Stiefvater, wurde er schon als Kind ausgegrenzt und beschimpft, weil er nicht aussieht wie der landläufige Mitteleuropäer. Er wollte zunächst weg aus Deutschland. Seine Studien der spanischen und portugiesischen Literatur absolvierte er in Spanien, Portugal und Brasilien, wo er über vier Jahre lebte, bevor er nach München zurückkehrte.
Mit Ironie, manchmal wie ein Schelm, manchmal wie ein Rebell, opponiert er gegen tief eingefressene Klischees von Wohlanständigkeit. Sein Debütroman "Mein Leben in Aspik" (2010) war bereits eine Sensation. Nun setzt er in seinem zweiten Roman einen neuen Akzent: Es geht um die Identität eines Deutsch-Türken, um Gewalt, um Geheimdienste, um die Schwierigkeit, ein selbst bestimmtes Leben zu führen – und immer sitzt ihm ein ernsthafter Schalk im Nacken.
Letzte Änderung am: 09.12.2011, 14.13 Uhr