SENDETERMIN Sa, 8.3.2008 | 17.05 Uhr

SWR2 Zeitgenossen

Philipp Freiherr von Boeselager, Widerstandskämpfer,

im Gespräch mit Doris Maull

Er ist einer der letzten Zeitzeugen des Widerstands gegen Hitler. Von Boeselager, Absolvent einer Jesuitenschule in Bonn-Bad Godesberg, wollte eigentlich Jura studieren und in den Auswärtigen Dienst gehen. Doch der Rat seines Großvaters hielt ihn davon ab: „Als Diplomat bei den Nazis müsstest Du lügen, werde Soldat“. 1936 trat der gebürtige Westfale in das Kavallerie-Regiment in Paderborn ein. Rasch avancierte er zum Oberstleutnant und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Anfang der 40er Jahre erfährt von Boeselager von den Ermordungen der Juden durch die SS und schließt sich der Widerstandsgruppe um General Henning von Tresckow an. „Es gab keine andere Lösung als Hitler umzubringen“ - davon ist von Boeselager schon Anfang der 40er Jahre überzeugt. 1943 sitzt er dem Führer tatsächlich gegenüber - und soll schießen. Im letzten Moment kommt alles anders. Auch am gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 war von Boeselager indirekt beteiligt. Während viele der Widerständler um von Tresckow und von Stauffenberg selbst ermordet werden, überlebt Freiherr von Boeselager - weil ihn niemand verraten hat. Heute hält der mittlerweile 90-Jährige Vorträge für Zivilcourage und gegen Extremismus.

Stand: 27.01.2008, 04.41 Uhr

aus der Sendung vom

Sa, 8.3.2008 | 17.05 Uhr

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Samstags 17.05 bis 17.50 Uhr