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Welt am Draht: IPTVInternet-Fernsehen

Wie verändert das unser Leben?

Was muten wir dem Internet mittlerweile alles zu. Wir wickeln unsere Post darüber ab, laden Musik herunter, stellen unsere Fotoalben online ins Netz, buchen unseren Urlaub, lesen Nachrichten und vieles mehr. Und seit einiger Zeit transportiert das selbe Netz nun auch noch Radio- und Fernsehsignale. Um diesen letzten Bereich, also den Transport von Fernsehprogrammen übers Internet soll es hier gehen. Wie funktioniert das überhaupt? Welche Inhalte gibt es? Und: Wie verändert das unser Leben?

IPTV. IP steht für "Internet Protocol" und ist im Prinzip eine Vereinbarung darüber, wie Daten über das Internet transportiert werden. Jeder Computer und jedes andere Gerät erhält dafür eine so genannte "IP-Adresse". Das ist eine nur ein Mal vergebene Zahl, wie eine Art Telefonnummer, unter der das Gerät von einem anderen Internet-Computer angesprochen werden kann. Angesprochen werden muss ein Gerät immer dann, wenn Daten von einem Computer zu einem anderen fließen sollen. Das können Texte, Fotos, Musik oder eben auch Fernsehsignale sein.

Bessere Leitungen dank größerer Datenmengen

Aber: Kann das gut gehen? Ist das Internet nicht allmählich völlig überfordert mit all den Daten, die da mittlerweile durch die Leitungen flitzen? Klaus Birkenbihl ist ein echter Internet-Pionier und ehemaliger Chef Chef des deutschen und österreichischen Büros des Worldwide Web Consortiums. Ist das Netz nicht mittlerweile viel zu voll?

"Naja, ich denke, es ist eigentlich genau andersrum: Diese ganzen Multimedia-Daten, die werden ja zum Teil - denken Sie an die großen Reklamen, die T-Home und so weiter da machen - provoziert, um die Netze halbwegs auszulasten und um die breitbandigen DSL-Anschlüsse verkaufen zu können. Das heißt: Dank Glasfaser-Technologie und Geschwindigkeitswachstum bei der Hardware erfahren wir eigentlich bei der Hardware seit den letzten zehn Jahren eine enorme Verbesserung der Performance des Internet. Staus werden eher aufgelöst als dass neue entstehen."

Mit anderen Worten: Das Netz ist in den letzten Jahren so stark gewachsen und um so vieles schneller geworden, dass es im Moment nicht so aussieht, als könnte es durch den Transport von TV-Programmen in die Knie gehen. Schauen wir uns als erstes einmal IPTV in seiner reinsten Form an: Die normalen Fernsehprogramme von ARD, ZDF und den privaten Anbietern, also im Prinzip die gleichen Programme, die man per Satellit auch empfangen kann, diese Programme die werden nun eben über das Internet transportiert.

Der lange Weg bis ins Wohnzimmer

"Das Signal geht vom Satelliten zu unserer Satelliten-Empfangsstation in Usingen. Dort wird das Bild aufbereitet, wird dann über das Backbone-Netz auf eine Multimedia-Plattform gespeist. Von dort wird es denzentralisiert auf eine Server-Farm, die bundesweit verteilt ist, und von da aus wieder über das Backbone-Netz direkt zum Kunden", erklärt Frank Domagala von der Telekom.

Im Klartext: Das Satelliten-Signal wird bearbeitet und anschließend einem System übergeben, das die Deutsche Telekom im Prinzip schlüsselfertig gekauft hat. Was die wenigsten wissen: Dieses System stammt von Microsoft. Peter Yves Ruland von Microsoft: "Microsoft hat ein Produkt namens "Mediaroom". Und das ist die IPTV-Plattform, die es ermöglicht, einem Telefonunternehmen, einem Operator, wie zum Beispiel die Deutsche Telekom, IPTV-Dienste seinen Kunden zur Verfügung zu stellen."

Neues Geschäft für die Telefonanbieter

Durch Microsofts Mediaroom-Lösung wird es auch einem Telefonanbieter möglich, zu einem Verteiler von Fernsehsignalen über das Internet zu werden und mit Unternehmen wie Satelliten-Betreibern oder Kabelgesellschaften zu konkurrieren. Da es absehbar ist, dass auch sämtliche Telefongespräche schon bald ausschließlich mit Hilfe der IP-Technik transportiert werden, passt das perfekt ins Konzept der Telefongesellschaften. Viele davon in aller Welt, darunter AT&T in den USA, Swisscom in der Schweiz und eben auch die Deutsche Telekom, haben dieses System von Microsoft daher bereits im Einsatz.

"Im Endeffekt handelt es sich hier um Software-Lösungen. Man muss sich vorstellen: Wenn ich Fernsehen über DSL zum Kunden transportieren möchte, brauche ich im Hintergrund verschiedene Dienste, die mir das Signal, was von der Fernsehanstalt kommt oder, wenn wir über "Video on Demand" reden, die diese Signal entsprechend aufbereiten, im Netzwerk zur Verfügung stellen, die dafür sorgt, wenn es gefordert wird vom Rechteinhaber, entsprechend geschützt wird, das es im Endeffekt bis nach Hause transportiert wird, dort auch dargestellt werden kann. All das stellen wir als Softwarelösung zur Verfügung. Bis hin zu der Settop-Box vorne beim Endkunden, die auch wieder ein Betriebssystem von Microsoft und eine Mediaroom Client-Software hat."

Letzte Änderung am: 19.03.2009, 10.01 Uhr