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Das Mitmach-NetzEbay hat ein neues Bewertungssystem

Ein Beitrag von Holger Bruns

Bei eBay, dem größten Internet-Auktionshaus, gibt es ein Bewertungssystem, über das sich Käufer und Verkäufer nach einem abgeschlossenen Geschäft beurteilen sollen. Vielen Nutzern waren die früheren Möglichkeiten hier aber nicht detailliert genug, zu oberflächlich, meistens einfach zu freundlich. Sie wollten zum Beispiel das Zahlungsverhalten oder die Schnelligkeit der Abwicklung einzeln bewerten können. Und genau das ist jetzt möglich. Holger Bruns berichtet.

Sprecher:

Der Internet-Marktplatz eBay gibt seinen Kunden ein Bewertungssystem mit drei Kategorien an die Hand: Positiv, neutral und negativ. Ist ein Kunde mit der Lieferung unzufrieden, wird er den Verkäufer negativ bewerten. So ist das in der Theorie. In der Praxis bewertet man die Verkäufer meist positiv, um böswillige Retourkutschen in Form negativer Punkte zu vermeiden. Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus. Aus diesem Grunde hat eBay sein Bewertungssystem ergänzt. Seit Anfang Mai kann man bei eBay die Verkäufer wesentlich detaillierter bewerten als je zuvor. Ins Gewicht fällt jetzt nicht nur, ob man zufrieden, weniger zufrieden oder völlig unzufrieden ist. Die Verkaufsabwicklung selbst wird bewertet, übrigens anonym, um sogenannte Rachebewertungen enttäuschter Verkäufer zu vermeiden. Entsprach der Artikel dem Angebot? Reagiert der Verkäufer auf Kundenwünsche? Verschickt er die gekauften Artikel schnell und sind die Versandgebühren angemessen? Goldene Sternchen im Bewertungsprofil geben dem skeptischen Kunden die Antwort auf solche Fragen, sagt Maike Fuest von eBay Deutschland.

 

Fuest:

Hintergrund ist, dass wir die Transparenz auf dem Marktplatz EBay weiter erhöhen wollen und auch die Objektivität des Bewertungssytems mit der Erweiterung des Systems weiter erhöhen wollen, um das Vertrauen in unseren Marktplatz unter unseren Käufern noch weiter zu erhöhen.

 

Sprecher:

Mehr Vertrauen der Online-Kunden in die unsichere Welt des Internet, in der Gefahren an jeder Ecke lauern - eine schwierige Aufgabe. Schwierig deshalb, weil immer wieder organisierte Betrüger die Bewertungssysteme auch von EBay unterlaufen. So werden gerne besonders niedrigpreisige Angebote dazu benutzt, um in großen Mengen positive Bewertungspunkte zu sammeln. Erscheint man damit als besonders vertrauenswürdig, kassiert man im großen Stil ab. Da gibt es zum Beispiel die Gauner von der Nigeria-Connection, die Waren per EBay einkaufen und dann mit der Ware untertauchen, natürlich ohne zu zahlen. Gedankenlose EBayer machen solchen Ganoven die Sache leicht, sagt Markus Schwinn vom Portal Falle-Internet.de, und nennt eine weitere populäre Betrugsmasche.

 

Schwinn:

Es gibt sehr viele Accounts, die nicht mehr genutzt werden. Und da gibt es sogar im Internet Annoncen, dass solche Accounts gesucht werden. Da kommen die Leute ganz schnell auf die Idee - ich hab da noch einen EBay-Account, ich kaufe und verkaufe nicht mehr, warum soll ich ihn nicht vermieten. Und dabei vergessen sie, dass sie haftbar bleiben für diesen Account.

 

Sprecher:

Solche Accounts sind natürlich ein Schnäppchen für windige Verkäufer, die Auktionshäuser als Plattform für ihre betrügerischen Geschäfte nutzen. Eine Variante dieses Betrugsmanövers ist der sogenannte Verkaufagentenbetrug. Es beginnt meist mit einer Kleinanzeige in den einschlägigen Anzeigenblättern: "Schreibarbeiten zu vergeben. Freie Zeiteinteilung, nur PC, Drucker und Internet nötig." Die Anforderungen kann man leicht erfüllen. Nötig ist natürlich ein Account bei EBay.

 

Schwinn:

Sie bekommen dann vorgefertigte Auktionen per E-Mail geschickt. Und die stellen die ein, verkaufen, kassieren das Geld, liefern das Geld weiter an diese Scheinfirmen. Und die sollen angeblich liefern, liefern jedoch nie. Die Verkaufsagenten werden für den Schaden haftbar gemacht, müssen das Geld zurückzahlen. Und sie haben praktisch dann auch noch ein Strafverfahren am Hals wegen versuchten Betrugs.

 

Sprecher:

Und natürlich ist das Geld futsch. Markus Schwinn berichtet auf seiner Website, dass Opfer dieser Masche sogar Privatinsolvenz anmelden mussten. Wer also an den Regeln des EBay-Marktplatzes vorbei agiert, riskiert im Zweifelsfall seine Existenz. Natürlich versucht EBay auch von sich aus, kriminelle Machenschaften auf dem EBay-Marktplatz zu unterbinden. Die Sicherheitsabteilung durchforstet die Angebote, verwarnt unlauter agierende Händler und sperrt deren Accounts. Doch reicht das? Noch einmal Maike Fuest.

 

Fuest:

Der Handel über Online-Auktionen ist eben etwas anderes als das ganz normale klassische Einkaufserlebnis, wenn ich in ein Ladengeschäft gehe. Und da gibt es auch ein paar wenige, aber eben für diese Form des Handels spezielle Regeln, wie man eben einen Verkäufer prüfen kann im Vorfeld. Dass man sich die Artikelbeschreibung ganz genau durchlesen sollte. Wenn irgendetwas unklar ist, beim Verkäufer nachfragen, denn wirklich wenige Regeln, wenn man die beherzigt, dann ist man doch schon sehr auf der sicheren Seite.

 

Sprecher:

Natürlich besteht die große Mehrheit der EBay-Verkäufer aus ehrlichen Menschen, denn sonst gäbe es bei EBay keine sichere Seite. EBay schult Verkäufer auf dem Online-Marktplatz sogar regelmäßig, damit sie sich auskennen, inklusive der notwendigen Rechtskenntnisse. Alles in allem muss der Online-Kunde von heute also nicht wirklich ängstlich sein, wenn er bietet oder kauft. Gefragt ist gerade bei der Schnäppchenjagd im Internet der gesunde Menschenverstand, sagt Markus Schwinn und nennt seine Faustregel.

 

Schwinn:

Angebote, die zu gut sind, um wahr zu sein, sind meistens auch nicht wahr.

Letzte Änderung am: 15.08.2007, 16.30 Uhr

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