SWR2 Wissen
Welt am Draht: Das Mitmach-Netz
Von Michael Stein u.a.
Sendung vom Montag, 20.8.2007 | 8.30 Uhr | SWR2
Viele von uns leben mit dem "Web 2.0". Wir haben uns daran gewöhnt, im Netz Antworten auf Fragen des Alltags zu finden und lassen andere Menschen auch an unserem Wissen, an unseren Alltagserfahrungen, an unserem Leben teilhaben. Auf diese Weise ist das Internet dabei, eine Art "kollektive Intelligenz" zu werden. Wer sich mit Teilen seines Lebens aber ins Internet begibt, setzt sich auch Gefahren aus: So lassen sich nicht selten mit den im Internet gespeicherten Daten Persönlichkeitsprofile einzelner Menschen herstellen, die nicht nur Datenschützern die Haare zu Berge stehen lassen.
Und von der ursprünglichen, hehren "Community"-Idee im Netz ist nicht mehr viel übrig: Da wird gepöbelt, beleidigt und verleumdet, und immer mehr Nutzer ziehen sich enttäuscht zurück. Warum gehen aber viele von uns noch immer so sorglos mit ihren Daten um? Wo liegen die Gefahren? Wie viel "Mitmachen" im Netz ist überhaupt noch sinnvoll?
Die Themen:
Wenn Sie sich regelmäßiger im Internet bewegen, es beruflich oder privat nutzen, dann werden Sie vermutlich auch das Online-Lexikon Wikipedia schon ein Mal genutzt haben. Vor allem dann, wenn man einen Beitrag über ein Thema liest, mit dem man sich selber gut auskennt, dann fällt einem manches Mal auf: Nicht alles, was bei Wikipedia steht, stimmt. Oft sind es nur Details, manchmal aber auch richtig grobe Unrichtigkeiten, die man dort findet. Der Grund ist natürlich: Jeder kann bei Wikipedia mitmachen. Gabor Paal hat hinter die Kulissen geschaut.
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Mitmach-Plattformen gibt es inzwischen im Internet wie Sand am Meer. Seit einiger Zeit ist der Ton in den Blogs, den Web-Tagebüchern merklich schärfer und härter geworden. Angesichts dieser oft mit Kraftausdrücken und Beleidigungen gespickten Kommentare hat sich manch ein Blogger schon aus der Blogosphäre, wie die Weblog-Schreiber die Szene nennen, verabschiedet. Daher wurde und wird auch in der Bloggerszene hitzig über einen Verhaltenskodexdiskutiert.
[mehr zu: Verhaltenskodex für das Web 2.0]
Bei eBay, dem größten Internet-Auktionshaus, gibt es ein Bewertungssystem, über das sich Käufer und Verkäufer nach einem abgeschlossenen Geschäft beurteilen sollen. Vielen Nutzern waren die früheren Möglichkeiten hier aber nicht detailliert genug, zu oberflächlich, meistens einfach zu freundlich. Sie wollten zum Beispiel das Zahlungsverhalten oder die Schnelligkeit der Abwicklung einzeln bewerten können. Und genau das ist jetzt möglich. Holger Bruns berichtet.
[mehr zu: Ebay hat ein neues Bewertungssystem]
Jeder, der im Internet etwas kauft, sich an der einen oder anderen Mitmach-Plattform beteiligt oder mitdiskutiert, hinterlässt Spuren. Spuren, über die er oder sie später identifizierbar ist. Und nicht selten lässt sich aus den Spuren sogar ein exaktes Persönlichkeitsprofil herstellen. Maximilian Schönherr stellt uns Pinkmäuschen vor - eine Nutzerin, die er gar nicht kennt, aber doch jede Menge über sie weiß.
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