Hightech-Metalle aus schmutzigen Minen
Sendung vom Montag, 12.9.2011 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Hellmuth Nordwig
Kein Hightech-Produkt kommt ohne die Metalle aus, die Chemiker im 19. Jahrhundert „Seltene Erden“ genannt haben. Ihre Namen muten fremd an, aber rar sind sie in Wahrheit nicht: Das seltenste, Thulium, ist auf der Erde immer noch häufiger als Gold oder Platin vorhanden. Doch die Lagerstätten sind weit verstreut und wenig ergiebig. Der Abbau ist deshalb aufwendig und häufig ein Raubbau an der Natur; vor allem in China, das 97 Prozent des weltweiten Bedarfs deckt. Dabei sind es gerade die Umwelttechnologien, die auf die „Seltenen Erden“ angewiesen sind: Dysprosium steckt in den Turbinen von Windkraftanlagen, Neodym im Elektromotor. Ohne Terbium gäbe es keine Energiesparleuchten, ohne Scandium und Lanthan keine Brennstoffzellen. Inzwischen werden die „Seltenen Erden“ allerdings tatsächlich knapp. China hat ihren Wert entdeckt und den Export gedrosselt. Hierzulande heißt es daher haushalten – und endlich auch für diese Metalle Recyclingverfahren entwickeln.
Letzte Änderung am: 07.08.2011, 03.23 Uhr