Sendung vom Dienstag, 30.3.2010 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Miriam Freudig
In Brehms Tierleben kommt das Schaf, eines der ältesten Haustiere des Menschen, nicht gut weg: "Seine Furchtsamkeit ist lächerlich, seine Feigheit erbärmlich. Jedes unbekannte Geräusch macht die Herde stutzig, Blitz und Donner und Unwetter überhaupt bringt sie gänzlich aus der Fassung". Verhaltensbiologen wissen aber, dass Schafe erstaunlich neugierig und lernfähig sind.
Sie können z.B. Dutzende von Artgenossen am Gesichtsausdruck unterscheiden – selbst wenn sie sie bis zu zwei Jahre lang nicht mehr gesehen haben. Herden kommunizieren mit ihren Schäfern und deren Hunden. Schafe sind auch in der Lage, Gefühle zu zeigen: An ihrer Mimik lässt sich ablesen, wie es ihnen geht. Die Woll-, Milch- und Fleischlieferanten helfen sogar beim Küstenschutz: Sie halten die Grasnarbe auf Deichen kurz, verdichten den Boden und tragen so dazu bei, Deichbrüche zu verhindern.
Letzte Änderung am: 21.02.2010, 05.20 Uhr