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Rohstoffe aus Deutschland
Sendung vom Montag, 13.2. | 8.30 Uhr | SWR2
Deutschland ist eigentlich ein rohstoffarmes Land. Aber seit die Rohstoffpreise weltweit explodieren, wird die Suche auch hierzulande wieder interessant. Geowissenschaftler begehen alte Stollen, in denen Bergleute noch vor 20 Jahren Erze zutage förderten. Sie suchen in kilometertiefem Gestein nach unbekannten Vorkommen, die erst durch neuartige Erkundungsmethoden in Erscheinung treten. Das lockt auch die Investoren. Denn Schwellenländer wie China oder Brasilien verbrauchen mittlerweile viele Rohstoffe selbst, die sie früher günstig auf dem Weltmarkt anboten. Experten prognostizieren deshalb, dass einheimische Rohstoffe in wenigen Jahren wieder eine größere Rolle spielen werden, die heute noch überwiegend importiert werden: Flussspat, Blei und Zink gehören dazu, aber auch Kupfer und Lithium, die weltweit für den Bau von Elektroautos oder Windrädern immer stärker nachgefragt werden.
Rohstoffe und ihre Verwendung in Deutschland
- Zahnpasta-Zusatz Fluorid, ein Salz, das aus Fluorit gewonnen wird. Als Gesteinsmineral ist Fluorit vor allem wichtiger Rohstoff in der Gusseisenerzeugung.
Einheimische Förderung pro Jahr: 50.000 Tonnen. Importquote: 87 Prozent. - Roheisen. Jährlicher Bedarf der Industrie: 36 Millionen Tonnen. Importquote: 100 Prozent.
- Im Jahr 2009 förderten Untertagebergwerke und Tagebaue in Deutschland Rohstoffe im Wert von 17,5 Milliarden Euro aus der Tiefe. Das waren vor allem sogenannte Massenrohstoffe wie Kies, Sand und Schotter für die Bauwirtschaft. Aber auch Salze und sogar Energierohstoffe gehörten dazu.
- Kalisalz. Einheimische Förderung: 2.400 Millionen Tonnen pro Jahr. Importquote: Null Prozent.
- Braunkohle. Einheimische Förderungen: 93 Millionen Tonnen pro Jahr. Importquote: Null Prozent.
- Kupfer. Mit jährlich 1,1 Millionen Tonnen ist Deutschland der drittgrößte Verbraucher von Kupferprodukten weltweit. Importquote: 100 Prozent.
- Zinn. Jährlicher Verbrauch: 60.000 Tonnen. Importquote: 100 Prozent.
- Lithium. Bisher nur für wenige spezielle Anwendungen eingesetzt, etwa als Zuschlagsstoff für Keramik und für Schmierfette. Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos
und für Pufferspeicher im Stromnetz dürften den Bedarf in naher Zukunft aber stark zunehmen lassen. Jährlicher Verbrauch in Deutschland: einige Tausend Tonnen.
Importquote: 100 Prozent. - Mineralöl. Einheimische Produktion: 2,8 Millionen Tonnen im Jahr. Importquote: 97 Prozent.
- Erdgas. Einheimische Produktion: 15,5 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Importquote: 84 Prozent.