Die Gabe-Mystik einer Begine
Sendung vom Donnerstag, 23.2. | 8.30 Uhr | SWR2
Von Rolf Beyer
Mechthild von Magdeburg lebte in der Umbruchzeit des 13. Jahrhunderts. Mit ihren mystischen Erfahrungen leistete sie Widerstand gegen eine als unerträglich empfundene Gegenwart. Diese Erfahrungen befreiten sie dazu, das Wort zu ergreifen, was Frauen zu dieser Zeit eigentlich verboten war. Sie schrieb auf Deutsch, auch dies für damalige Zeiten ungewöhnlich. Sie lebte weder als adlige Dame, die sie eigentlich war, noch als Nonne, die sie hätte werden können, sondern als sogenannte "Begine" in freiwilliger Armut, was mit Befremden und Argwohn wahrgenommen wurde. Mechthilds Minne-Mystik scheint heute auf den ersten Blick heillos vergangen. Doch wenn man genau hinhört, wird an ihr etwas Zeitloses erfahrbar: nämlich die Einsicht, dass Geben mehr bringt als Nehmen, dass die Hingabe im Großen wie im Kleinen eine ungeheure Kreativität freisetzt, die den egoistischen Menschen verwandeln kann.
Letzte Änderung am: 15.01.2012, 04.11 Uhr