Der alternative Entwicklungsweg Boliviens
Sendung vom Montag, 19.9.2011 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Karl-Ludolf Hübener
Es knirscht unter den Schuhen, wie hart gefrorener Schnee: Salz des "Salar de Uyuni" in Bolivien, auf fast 4000 Metern Höhe. Unter der dicken Salzkruste verbergen sich die weltweit größten Reserven von Lithium. Das superleichte Metall ist ein gefragter Rohstoff für die Lithium-Ionen-Batterie künftiger Elektro-Autos. Multis der Bergbau-, Akku- und Autobranche stehen in La Paz Schlange. Doch die Regierung des Präsidenten Evo Morales ist entschlossen, eine Wiederholung der alten Rohstoff-Geschichte zu verhindern. Die metallenen Reichtümer wurden stets außer Landes verschleppt. Bolivien blieb arm. Der begehrte Rohstoff Lithium soll deshalb nicht nur exportiert, sondern in den Anden industrialisiert werden. Die neue Bergbaupolitik läuft auf ein integriertes Entwicklungsprojekt hinaus: Binnenmarkt und Landwirtschaft sollen so gefördert werden, Gesundheit, Bildung und Infrastruktur mit den Erlösen finanziert werden.
Letzte Änderung am: 14.08.2011, 03.20 Uhr