SENDETERMIN Fr, 25.1.2013 | 8.30 Uhr

SWR2 Wissen

Mit dem Forschungsschiff im Atlantik

Wie Klimawandel die Ozeane verändert

Von Gábor Paál

An Deck des Forschungsschiffes Maria S. Merian.

An Bord des Forschungsschiffes Maria S. Merian.

Die Ozeane spielen eine entscheidende Rolle im Klimageschehen. Gerade der Nordatlantik ist eine Schlüsselregion: Hier spült der Golfstrom karibisch-warmes Wasser bis an die Küsten Westeuropas. Und hier erneuert sich das Wasser der Tiefsee. Wenn arktisches Eis schmilzt, werden sich atlantische Strömungen allerdings verändern – mit ungewissem Ausgang. Erst langsam beginnen Wissenschaftler zu verstehen, wie der Klimawandel ozeanische Prozesse beeinflusst. Er verändert auf jeden Fall die Chemie der Meere: Sie werden saurer. Und weil die Meeresoberfläche sich immer mehr erwärmt, wird in tieferen Schichten der Sauerstoff knapp. Welche Auswirkungen das auf das Leben im Ozean hat, berichtet Gábor Paál von Bord des Forschungsschiffes Maria S. Merian.

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Klimawandel verändert Ozeane

Unterwegs mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian

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Erst langsam beginnen Wissenschaftler zu verstehen, wie der Klimawandel ozeanische Prozesse beeinflusst. Er verändert die Chemie der Meere: Sie werden saurer und der Sauerstoff wird knapp. Welche Auswirkungen das auf das Leben im Ozean hat, untersucht man auf dem Forschungsschiff Maria S. Merian (hier im Hafen von Mindelo, Kapverden).

Erst langsam beginnen Wissenschaftler zu verstehen, wie der Klimawandel ozeanische Prozesse beeinflusst. Er verändert die Chemie der Meere: Sie werden saurer und der Sauerstoff wird knapp. Welche Auswirkungen das auf das Leben im Ozean hat, untersucht man auf dem Forschungsschiff Maria S. Merian (hier im Hafen von Mindelo, Kapverden).

Deutschlands modernstes Forschungsschiff, die Maria S. Merian, kreuzt seit Monaten im Atlantik. Im Sommer war sie noch vor der Ostküste Kanadas, von dort ging es nach Island und Grönland. Jetzt ist sie im tropischen Atlantik angelangt.

Mithilfe von leistungsfähigen Hebezügen können auf dem Arbeitsdeck Lasten bis zu 12,5t bewegt werden.

Dank biologisch abbaubarer Betriebsstoffe, Abwasserklärung und Entsalzungsanlage trägt die Merian das Umweltgütesiegel „Blauer Engel“.

Mit über 90m Länge bietet das Schiff enorm viel Platz für Forschungsgeräte und die Lagerung von Proben.

Die Planktonproben zeigen auf, wie sich die Biomasse mit der Tiefe verändert.

Zahlreiche Sensoren an der Sonde liefern Daten wie Salzgehalt und Sauerstoffkonzentration.

Die Spezialkamera an der CDT-Rosette schießt auf ihrem Weg nach unten vier Fotos pro Sekunde

Das Gerüst wird ein künstliches, unschädliches Gas in 500 Meter Tiefe freilassen, dessen Ausbreitung man über Jahre beobachten kann.

Die Markersubstanz soll zeigen wie sehr sich die Meeresschichten bei ihrem Zug über den Atlantik durchmischen.

Die deutschen Wissenschaftler tauschen Probematerial mit dem kapverdischen Forschungsschiff Islandia.

Im Hangar können die Forscher die gewonnenen Proben umgehend aufbereiten.

Wissenschaftler diskutieren die Forschungsergebnisse

Wer in fremden Hoheitsgewässern forschen will, muss Genehmigungen der Anrainerstaaten einholen.

Das Freifallrettungsboot lässt sich ohne Hilfe von Außen zu Wasser lassen.

Im Notfall prallt das Rettungsboot mit großer Wucht auf dem Wasser auf, daher sind die Sitze entgegen der Fahrtrichtung montiert.

Ideale Forschungsbedingungen - normalerweise herrschen in der Zone der Passatwinde starker Wind und hohe Wellen.

Die Merian kann, neben der Polarstern, als einziges deutsches Forschungsschiff in arktischen Eisrandbereichen operieren

Stand: 25.01.2013, 08.30 Uhr