Sendung vom Donnerstag, 20.1.2011 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Beate Krol
Ein Leben ohne Wirtschaftswachstum? Das ist für viele Menschen genauso undenkbar wie Leben ohne Sauerstoff. Doch das Wachstum beschert uns große Probleme. Rohstoffe werden knapp, Böden erodieren, der CO2-Ausstoß schädigt die Ozonschicht. Und auch privat sorgt das ewige "höher, schneller, weiter" zunehmend für Stress. Wie aber kann eine Alternative zur Wachstumsgesellschaft aussehen? Was wird mit den Arbeitsplätzen, wenn der Konsum zurück geht? Was geschieht mit den Sozialsystemen? Knapp 40 Jahre nach Erscheinen des Buches "Die Grenzen des Wachstums" des Club of Rome haben sich Wissenschaftler und politische Vordenker daran gemacht, konkrete Szenarien für eine "Postwachstumsgesellschaft" zu entwickeln. Aber auch immer mehr Bürger steuern Ideen und Modelle bei. Sie alle sind überzeugt: In der "Postwachstumsgesellschaft" wird es unseren Kindern zumindest nicht schlechter gehen.
Letzte Änderung am: 18.01.2011, 10.46 Uhr
Kommentare zu diesem Artikel:
Antwort der Autorin zum Kommentar "Beitrag verbleibt an der Oberfläche"
Antwort der Autorin zum Kommentar "Beitrag verbleibt an der Oberfläche"
(Beate Krol) 24.01.2011 , 13:16
Sehr geehrter Herr Dr. Rogge, haben Sie vielen Dank für Ihr Feedback auf die Wachstumssendung. Tatsächlich liegt seit geraumer Zeit eine Recherchemappe auf meinem Schreibtisch, in der ich grundsätzlichere Beiträge zum Geldsystem sammele. Denn Sie haben natürlich recht: Die Fäden laufen an dieser Stelle zusammen. Verwahren möchte ich meine Interviewpartner und mich gegen den Vorwurf der Naivität und Oberflächlichkeit. Sicher gilt gerade bei diesem Thema sowohl für den einzelnen Bürger wie auch für einen Staat der Satz "Mitgehangen - mitgefangen", und mit einem Poloshirt weniger ist das System noch nicht geändert. Andererseits frage ich mich, ob es nicht doch mehr Freiheit gibt, als wir denken. Zumindest hoffe ich das. Mit besten Grüßen, Beate Krol
Antwort der Autorin zum Kommentar "Geldpolitik"
Antwort der Autorin zum Kommentar "Geldpolitik"
(Beate Krol) 24.01.2011 , 13:14
Sehr geehrter Herr Hoffmann, danke für Ihre Sendungskritik! Wenn man die Wachstumslogik hinterfragt, muss man auch über das Geldsystem reden - das sehe ich genau so. Gleichzeitig denke ich, dass dieser Aspekt, in sich so komplex und kompliziert ist, dass man ihm eine eigene Sendung widmen müsste. Ich bin - zumindest gedanklich - an dem Thema dran. Allerdings muss ich sagen, dass ich einen Heidenrespekt vor dem Geldthema habe - aber da gilt es dann, die richtigen Experten zu finden...
Geldpolitik?
Geldpolitik?
(Frank Hoffmann) 23.01.2011 , 10:48
Die Grundvoraussetzung für "Wohlstand ohne Wachstum" besteht in einer Reform des Geldwesens. Dass alleine schon Zentralbanken bei der Geldschöpfung einen Leitzins bestimmen gehört hinterfragt, denn da nimmt der Wachstumszwang seinen Anfang. Weiterhin lohnt ein Blick auf die spezifischen Eigenschaften von "Geld". Die Frage ist doch, wie es abseits sozialen Engagements zu bewerkstelligen wäre, dass auch ohne entsprechende Rendite investiert wird. Schade, dass dies in dem Beitrag überhaupt nicht zur Sprache kam!
Beitrag verbleibt an der Oberfläche
Beitrag verbleibt an der Oberfläche
(Dr. Martin Rogge) 21.01.2011 , 10:30
Die Beobachtung der Problematik an sich (Wachstum kollidiert mit der Endlichkeit aller Ressourcen und ist andereseits mit unserem Wohlstand verbunden) ist ja richtig, aber mit der impliziten Annahme der Sprecherin und der Befragten, wir all (oder gar die ominöse Gruppe der "Politiker") habe eine freie Entscheidung, wieviel Wachstum man haben wolle, ist naiv und oberflächlich und verkennt die eigentliche Ernstheit der Situation. Ich werde hier nicht anfangen zu dozieren, sondern fordere Sie zur Recherche auf. Als Startpunkt fangen Sie am besten an einer überraschenden Stelle an: dem Fluidum unserer arbeitsteiligen Gesellschaft, dem Geld. Fragen sie sich, wo es eigentlich herkommt. Wie kommt Liquidität in die Welt. Sie werden dann feststellen, daß der Beginn des modernen Wachstums und des modernen Geldsystems in der europäischen Renaissance keine zufällige Koinzidenz sind, und [gekürzt] Stichworte: Wikipedia über multiple Geldschöpfung, Egon W. Kreutzer, Ellen Brown, Bernd Senf.