Sendung vom Freitag, 9.12.2011 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Matthias Hennies
Dass einem in Namibia, am Südwest-Rand Afrikas, ein Kännchen Kaffee und Schwarzwälder Kirsch-Torte serviert wird, mag man mit einem Schmunzeln abtun. Doch die allgegenwärtige Präsenz deutschen Kulturguts geht auf eine dunkle Vergangenheit zurück: Zu wilhelminischer Zeit wanderten einige Tausend Farmer, Abenteurer und Soldaten in die Kolonie "Deutsch-Südwest" ein. Als Herero, Nama und andere namibische Völker sich dagegen wehrten, entfesselte die kaiserliche Armee einen grausamen Krieg, der im ersten deutschen Völkermord gipfelte. Die Erinnerung wird in Namibia bis heute in Erzählungen wachgehalten - in seltsam friedlicher Nachbarschaft zu deutschen Karnevalsvereinen und Konditoreien.
Letzte Änderung am: 09.12.2011, 08.30 Uhr