Russlands erster Universalgelehrter
Sendung vom Donnerstag, 12.1. | 8.30 Uhr | SWR2
Von Anke Wilde und Ute Zauft
Chemiker und Physiker, Historiker, Dichter, Mosaikkünstler und Gründer einer Universität – die Liste der Betätigungsfelder von Michail Wassiljewitsch Lomonossow ist lang. 1711 als Fischersohn im hohen Norden Russlands geboren, bricht er mit 19 Jahren nach Moskau auf, um hier erstmals die Schulbank zu drücken. Schon sechs Jahre später schickt ihn die Petersburger Akademie der Wissenschaften zum Studium nach Deutschland. Nach seiner Rückkehr erforscht er das Glas und seine Farben, formuliert schon einmal das chemische Masse-Erhaltungsprinzip und entdeckt die Venusatmosphäre. Zugleich krempelt er die russische Sprache um und legt die Grundlagen für eine moderne Literatur- und Wissenschaftssprache. In seiner Heimat verehrt man Lomonossow als Vater der russischen Wissenschaft und hat nach ihm einen Orden, eine Universität und eine ganze Stadt benannt. Hierzulande ist Russlands erster Universalgelehrter wenig bekannt – eine Laune des Kalten Krieges, wie es scheint, und eines westeuropäischen Zentrismus.
Letzte Änderung am: 09.01.2012, 13.47 Uhr