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Die moderne Arbeitswelt fordert ihre Opfer
Es gibt tatsächlich eine neue Armut und eine Vernachlässigung von großen Bevölkerungsgruppen. Insbesondere betroffen davon ist die Jugend, deren Zukunft noch weitgehend offen ist. Günter Voß geht soweit zu sagen, dass es ein allgemeines Überforderungssyndrom in der Gesellschaft gibt: „Man könnte sagen, die Gesellschaft ist dabei, ihre wichtigste lebendige Basis, nämlich die Menschen, zu überfordern und in einem Maße auszubeuten, dass eine Grenze erreicht ist.“
Stoppt die Ausbeutung der Arbeitnehmer
Was kann sich ändern, wer sollte etwas ändern? Die Betriebe müssen mehr als bisher lernen, nachhaltig mit ihren wichtigsten Ressourcen, nämlich den Menschen umzugehen. Es geht darum, mehr die Lebendigkeit zu achten und sie vielleicht in einer nachhaltigen, angemessenen Form auszunutzen. Exzesse der Ausbeutung müssen verringert werden, Betriebe müssen lernen, echte, wirkliche Anerkennung zu geben und die Professionalität der Berufstätigen ernst zu nehmen und sie nicht zu sabotieren.
Authentische Unternehmenskulturen aufbauen
Unternehmen müssen lernen, ihre Organisationen sozusagen als lebendige Wesen zu sehen und diese Lebendigkeit auch zu pflegen. Führungskräfte muss stärker auch für den Schutz der Mitarbeiter in die Verantwortung genommen werden, vor allen Dingen auch für den psychischen Schutz. Es muss so etwas geben wie eine psychische Gesundheitsvorsorge.
Erste Versuche dazu sind zu beobachten und müssen ausgebaut werden. Work-Life-Balance, ein wichtiges Thema zurzeit, muss ernst genommen werden. Work-Life-Balance heißt vor allen Dingen, dass Menschen ihre Zeitsouveränität, also eine Möglichkeit, ihre Zeit selbst zu organisieren, gewährt wird. Wenn das nicht passiert, so Voß, dann drohen in Zukunft massive Verluste der Leistungsbereitschaft und der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter.
Webfassung: Ivonne Schowtka
Letzte Änderung am: 06.08.2010, 15.20 Uhr