Sendung vom Freitag, 18.11.2011 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Gesine Dornblüth
872 Tage lang belagerte die Wehrmacht Leningrad, das heutige St. Petersburg. Eine Million Bewohner starben an Hunger, Kälte oder bei Bombenangriffen. Bei minus 40 Grad häuften sich die Leichen in den Straßen. Die Lebenden hatten keine Kraft mehr, die Toten zu bestatten. Die Blockade Leningrads war Teil der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten, um die angeblich "minderwertigen Völker" im Osten auszurotten. Der Plan misslang: Im Januar 1944 durchbrach die Rote Armee den Belagerungsring. Die Sowjetmacht ehrte Leningrad mit dem Titel "Heldenstadt" – und kaschierte damit eigene Versäumnisse. Neue Forschungen belegen, dass das Regime viele Menschen in der belagerten Stadt hätte retten können.
Letzte Änderung am: 18.11.2011, 08.30 Uhr