Kambodscha wird kapitalistisch
Sendung vom Montag, 25.8.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Manfred Ladwig
Nach Pol Pot und jahrelangem Bürgerkrieg hält jetzt der Kapitalismus Einzug in Kambodscha. In dem kleinen südostasiatischen Land ist zurzeit alles möglich; hier regiert das Faustrecht. Weil die Steinzeitkommunisten um den Schlächter Pol Pot in den 70er Jahren alle Grundstückseinträge verbrannten, können sich Militärs und Politiker Land nehmen, so viel sie wollen. Das bedeutet für die einfachen Menschen: Tod, Hunger, Vertreibung. Die Ressourcen Kambodschas stehen zum Ausverkauf: Land für Plantagen oder Hotels, Tropenholz für deutsche Gartenmöbel. Hinter dem nüchternen Thema „Ressource“ versteckt sich das ganze Drama des Nachkriegskambodschas. Und auch die Zukunft verheißt nichts Gutes. Vor der Küste hat man Öl gefunden. Die multinationalen Ölkonzerne haben schon ein Auge darauf geworfen. Aber auch die korrupte Nomenklatura des Landes will mitverdienen. Derweil kämpfen die Menschen ums Überleben, wie einst unter Pol Pot. Es hat die ersten Toten gegeben.
Letzte Änderung am: 11.08.2008, 01.49 Uhr