Was ist Neurogermanistik?
Sendung vom Sonntag, 4.5.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Gerhard Lauer
Viele Disziplinen lassen sich in letzter Zeit mit einem "Neuro" versehen: Es gibt die Neurodidaktik, die Neuroökonomie und dasselbe gilt für die Literaturwissenschaft. Auch in diesem Bereich lassen sich Erkenntnisse der Hirnforschung fruchtbar anwenden. Von großer Bedeutung sind dabei die sogenannten Spiegelneuronen, die beim Menschen verantwortlich sind für Empathie, Mitgefühl und Nachahmungstrieb. Diese Elemente spielen bei der Rezeption von Literatur eine wichtige Rolle, Literatur weckt den zu Empathie führenden Nachahmungstrieb, lesen heißt handeln als ob. Professor Gerhard Lauer, Germanist an der Universität Göttingen, beschreibt die Grundlagen der noch jungen Neurogermanistik.

Gerhard Lauer
Prof. Gerhard Lauer, geb. 1962, studierte Germanistik und Philosophie, 1992 Promotion zum Dr. phil., 2000 Habilitation an der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität München. Seit 2004 ist Lauer Direktor des Seminars für Deutsche Philologie an der Universität Göttingen. Lauer beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit rezeptionsästhetischen Aspekten der Neurogermanistik, mit der Rolle des Autors, der Kulturgeschichte des Romans und der Funktion der Literatur in der Wissensgesellschaft.
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Letzte Änderung am: 23.03.2008, 05.43 Uhr