Moral und Konsum
Sendung vom Donnerstag, 1.5.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Wolfgang Ullrich
Jeder Konsument hat eigentlich eine große Macht: Er kann aus moralischen Gründen darauf verzichten, ein Objekt seiner Begierde zu kaufen, weil er das mit seinen Werten und ethischen Maximen nicht vereinbaren kann und will. Erinnert sei an den Konsumboykott in Sachen Shell, als der Konzern eine Ölplattform im Meer versenken wollte, erinnert sei an die Diskussion darüber, ob man sein Nokia-Handy zurückgeben müsse, um die Firma unter Druck zu setzen. Diese Art des moralischen Konsums kommt immer mehr in Mode und verändert viele Rituale unserer Ökonomie. Wolfgang Ullrich, Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, beleuchtet diese Seite der neuen Konsumkultur.

Wolfgang Ullrich, geb. 1967, Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik; Promotion 1994 mit einer Arbeit über das Spätwerk Heideggers. Seither freischaffender Autor, Unternehmensberater, Dozent. 1997-2003 Assistent am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Kunstakademie München; seit 2003 Gastprofessor für Kunsttheorie an der Kunsthochschule Hamburg. Ullrich beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, mit modernen Bildwelten sowie mit der Rolle und Funktion der Kunst in der Postmoderne.
Seine Bücher:
Letzte Änderung am: 23.03.2008, 05.38 Uhr