Sterben in Deutschland
Sendung vom Sonntag, 30.12.2007 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Reimer Gronemeyer
Lange Zeit war der Tod ein fast selbstverständlicher Teil des Alltagslebens, er hatte seinen festen Ort inmitten der Familie, der Gesellschaft. Umfragen bestätigen: 80 Prozent der Deutschen wünschen sich noch heute, im Kreis der Familie zu sterben, doch die Realität sieht anders aus: Die meisten sterben in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, und ihr Sterben wird zunehmend medikalisiert, institutionalisiert und ökonomisiert. Professor Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, Soziologe an der Universität Gießen, zeigt, welche Veränderungen heute das Sterben prägen und welche ethischen Probleme damit verbunden sind.

Reimer Gronemeyer
Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, geb. 1939, Studium der Theologie, Promotion zu den Paulusbriefen, lutherischer Pfarrer in Hamburg. Studium der Soziologie, Promotion zu Fragen der Demokratisierung in Institutionen; seit 1975 Professor für Soziologie an der Universität Gießen; dort analysiert Gronemeyer im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts die Hospizbewegung im europäischen Kontext.
Bücher:
- Sterben in Deutschland. Wie wir dem Tod wieder einen Platz in unserem Leben einräumen können. S. Fischer
- So stirbt man in Afrika an Aids. Brandes u. Apsel
- Kampf der Generationen. DVA
- Helfen am Ende des Lebens (zusammen m. anderen).Hospiz
- Das Blut deines Bruders. Die Zukunft der Gewalt. Econ
Letzte Änderung am: 25.11.2007, 04.15 Uhr