Sendung vom Montag, 8.2.2010 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Thomas Nachtigall
Ein Zentralgestirn mit Planeten, auf denen es weder zu heiß noch zu kalt für Leben ist; die nicht zu groß oder zu klein für eine Atmosphäre sind und aus festem Gestein bestehen - all das, was bislang ein glücklicher Sonderfall unseres Sonnensystems schien, scheint im Universum eher üblich. Seit der Schweizer Astronom Michel Mayor 1995 den ersten Planeten im Orbit eines fremden Sterns entdeckte, haben Astronomen über 350 weitere "Exoplaneten" ausgemacht; zuletzt auch solche, die kaum größer als die Erde sind und ihre Sonne in einer Entfernung umkreisen, die Wasser im flüssigen Zustand zulässt.
Die Europäische Südsternwarte ESO betreibt von ihren Observatorien in den chilenischen Anden aus eine regelrechte Planetenjagd. Gemeinsam mit den USA und Japan baut sie zudem für mehr als eine Milliarde Dollar ein Radioteleskop, das auch die dunklen, interstellaren Wolken beobachten kann, in denen ständig neue Sterne und Planetensysteme entstehen. "Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren extraterrestrisches Leben nachweisen können", meint ESO-Direktor Massimo Tarenghi. "Und das wird unser Weltbild verändern".
Letzte Änderung am: 03.01.2010, 04.21 Uhr
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