Sendung vom Montag, 28.1.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Wilm Hüffer
Der Datenschutz krankt an einer Paradoxie, die unheilbar scheint. Kaum jemand möchte noch geschützt werden. Nicht nur Jugendliche, auch Ältere stellen mittlerweile auf "Community"-Seiten komplette Lebensläufe ins Netz, geben ihre Privatadresse preis oder breiten im Chat ihr Privatleben aus. Die Lust an der Opferung des Privaten scheint unaufhaltbar. Soziologen finden dafür eine einfache Erklärung: Daten und Fakten ersetzen immer stärker soziale Kontakte.
Die Datengier entwickelt sich zum Mittel der Risiko-Prävention. Daten ersetzen persönliches Vertrauen. Von Interesse nicht nur für Behörden und Konzerne - auch für Privatpersonen. Als eigentliche Gefahr daran betrachten Datenschützer das exklusive Wissen der Datensammler: Weshalb jemand als kreditwürdig, als guter oder schlechter Kunde eingestuft werde, bleibe für Außenstehende völlig intransparent. Nur wenn dieses Informationsmonopol aufgebrochen werde, gebe es noch eine Möglichkeit, den Einzelnen zu schützen. Zu schützen gegen Meinungen, die beliebig schnell und detailliert über ihn verbreitet werden können.
Letzte Änderung am: 20.01.2008, 02.17 Uhr
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