Gehörlose kämpfen für ihre eigene Kultur
Sendung vom Samstag, 25.11.2006 | 8.30 Uhr | SWR2
Aus der Reihe: Orte und Wege der Integration (2)
Von Hans-Volkmar Findeisen
Viele Gehörlose lebten bislang in einem besonderen Umfeld: Sie besuchten spezielle Schulen und verständigten sich untereinander mit Hilfe der Gebärdensprache. Die Kommunikation mit Hörenden lief über Lippenlesen und das Nachbilden von Worten, die sie selber nie gehört hatten.

Jetzt stellt die moderne Medizintechnik Hilfsmittel und Operationsmöglichkeiten zur Verfügung, die in Einzelfällen gute Höreindrücke vermitteln - und so für eine bessere Integration der Behinderten sorgen sollen. Anbieter von elektronischen Hörgeräten verkünden bereits das Ende der Gehörlosenschulen.
Doch viele Hörbehinderte wehren sich gegen diesen Fortschritt. Sie glauben, dass durch die technische Anpassung an einen vermeintlichen Normalzustand ihre Kultur, Sprache und ihre Rechte mit Füßen getreten werden.
Letzte Änderung am: 04.12.2006, 11.32 Uhr