Sendung vom Freitag, 27.11.2009 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Hans-Volkmar Findeisen
Paolo Mantegazza (gest. 1910) war ein internationaler Bestsellerautor, Anthropologe, Drogenpapst (Freud hat von ihm das Koksen gelernt), Senator, Kurarzt und Erfinder des Massentourismus in Rimini. Er war auch ein Freund der Liebe und der Frauen. Eines seiner Bücher heißt, wie könnte es anders sein, "La mia mamma". Die Garde gerade der deutschen Evolutionstheoretiker war ihm viel zu verkniffen. Die Idee vom biologischen Fortschritt, Haeckels Bild vom Lebensbaum und den Rassismus der Sozialdarwinisten konnte er nicht ertragen. Stattdessen löste er die Naturgeschichte in ein geordnetes Chaos auf, näherte sich so wieder den Anfängen seines Briefpartners Darwin und nahm damit auch moderne Sichtweisen der Naturwissenschaften vorweg.
Letzte Änderung am: 27.11.2009, 08.30 Uhr