Geschäfte mit Mikrokrediten
Sendung vom Dienstag, 25.11.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Gerhard Klas
Die Idee, Armen in der sogenannten Dritten Welt mit Kleinkrediten zu helfen, sich eine eigene Existenz aufzubauen, entstand in den 80er-Jahren. Zwei Jahrzehnte später, im Jahr 2006, erhielt Muhammad Yunus aus Bangladesch dafür den Friedensnobelpreis.
Aber diese Kleinstkredite sind umstritten: Mikrofinanzunternehmen wird vorgeworfen, sie würden vor allem für den Profit der Banken und ihrer Anleger arbeiten und Ratenzahlungen mit unlauteren Methoden erzwingen.
In Indien zum Beispiel haben 11 Millionen Arme, meist Frauen, Darlehen aufgenommen. Die Kreditunternehmen haben wohlklingende Namen wie Share – das heißt "Teilen", "Asmitha" – "Stärke", "Spandana" – "Herzschlag". Doch sie fordern Zinssätze von bis zu 27 Prozent. Das sind doppelt so viel wie für einen teuren Überziehungskredit auf einem deutschen Girokonto. Für die Kreditnehmerinnen in Indien kann das verheerende Auswirkungen haben.
Letzte Änderung am: 19.10.2008, 05.23 Uhr