Wahrnehmen und Erkennen als Konstruktionsprozesse
Sendung vom Sonntag, 6.6.2004 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Ralph Schumacher

Viele Neurowissenschaftler sind in erkenntnistheoretischer Hinsicht Konstruktivisten. Sie gehen davon aus, dass es keine objektive Erkenntnis der Welt geben könne, dass das Subjekt Wirklichkeit gemäß seiner kognitiven Fähigkeiten nicht einfach abbilde, sondern im aktiven Konstruktionsprozess hervorbringe.
Hinter diesem Ansatz verbergen sich allerdings viele erkenntnistheoretische Probleme, die die Philosophen seit der Antike beschäftigen. Es geht letztlich um die Frage, welche Beziehungen zwischen Mensch und Welt bestehen. Ralph Schumacher, Privatdozent am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin, erläutert die Problematik.
Ralph Schumacher, geboren 1964, studierte Philosophie in Hamburg und München, 1994 Abschluss des Promotionsstudiums mit einer Arbeit über den Pragmatismus von Peirce; danach wissenschaftlicher Assistent am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin; 2001 Habilitation im Fach Philosophie, 2002 Visiting Associate Professor an der Princeton University, seit 2003 Lehrstuhlvertretung an der Universität Essen. Forschungsschwerpunkte: Moderne Erkenntnistheorie, Konzeptionen des Inhalts von Wahrnehmungen.
Bücher:
- John Stuart Mill. Eine Einführung. Campus Verlag
- Realität, synthetisches Schließen und Pragmatismus. Athenäum Verlag
- Die Welt als Vorstellung. Berkeleys Kritik des Repräsentationalismus. Habil.-Schrift
Erkenntnistheorie. Erscheint demnächst bei der wissenschaftl. Buchgesellschaft
Letzte Änderung am: 08.11.2006, 20.51 Uhr
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