Sendung vom Dienstag, 2.3.2010 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Imogen Rhia Herrad
Von der Quelle bis zur Mündung misst sie nur 346 Kilometer – etwa ein Viertel des Rheins – und doch zählt sie zu den berühmtesten Flüssen der Welt: Die Themse, die ein britischer Abgeordneter einmal "flüssige Geschichte" nannte. Sie strömt an Oxfords Eliteuniversität vorbei, an der Insel Runnymede, auf der King John Anno 1215 die Magna Charta unterzeichnete, und am ehemaligen Königspalast in Westminster, in dem heute das britische Parlament tagt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Londoner Hafen einer der bedeutendsten der Welt. Großbritannien, damals die Supermacht zur See, legte den Nullmeridian durch Greenwich an der Themse. Doch in Zukunft könnte der Fluss mehr Fluch als Segen sein: Der Meeresspiegel steigt, Sperrwerke und Deiche reichen bald nicht mehr aus: In einigen Jahrzehnten liegt London vielleicht nicht an, sondern in der Themse.
Letzte Änderung am: 02.03.2010, 08.30 Uhr