Vom Soldaten zum Friedensstifter?
Sendung vom Donnerstag, 11.2.2010 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Monika Gras
Der Prozess gegen den bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal hat noch einmal die Gräuel der Jugoslawienkriege in Erinnerung gebracht. In Serbien selbst herrscht freilich noch immer kollektives Schweigen über diese Zeit. Doch neben den Familien der Opfer leiden auch viele der damaligen Soldaten unter Traumata. Für die über 400.000 serbischen Kriegsveteranen gibt es im Land nur eine Anlaufstelle: das Trauma-Zentrum in Novi Sad. Dort bieten ihnen die Psychologen Therapie an – und zugleich eine aktive Rolle im Friedensprozess. So werden die ehemaligen Kämpfer z.B. für öffentliche Diskussionen mit Schülern, jungen Politikern und kriminellen Jugendlichen trainiert. Vor ihrem Publikum müssen die Veteranen Antworten finden – auch auf unangenehme Fragen. Ihre Kriegserfahrung bekommt so eine neue Bedeutung, denn ihre Botschaften wirken auf das Leben der jungen Generation ein.
Letzte Änderung am: 03.01.2010, 04.31 Uhr
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