Wie die Wissenschaften der DDR abgewickelt wurden
Sendung vom Donnerstag, 1.10.2009 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Beate Krol
Viele Wissenschaftler der ehemaligen DDR haben mit der Wiedervereinigung ein abruptes Ende ihrer Karriere erlebt. Die Hochschulen wurden nach bundesrepublikanischem Vorbild umstrukturiert; die Akademie der Wissenschaften mitsamt ihren 26.000 Forschern abgewickelt. Dabei verloren auch Wissenschaftler ihre Stelle, die nicht in das SED-Regime verstrickt waren. Einigen gelang der Schritt in eine zweite Karriere.
Sie wurden von westdeutschen Forschungseinrichtungen und Unternehmen übernommen oder gründeten eigene Firmen. Doch viele DDR-Wissenschaftler fielen für immer aus dem Wissenschaftsbetrieb heraus. 20 Jahre nach der Wende mehren sich die Zweifel am damaligen Verfahren: War es richtig, bei der Evaluation der ostdeutschen Forscher westliche Maßstäbe anzulegen? Hatten manche der abgewickelten Forschungszweige nicht doch ihre Berechtigung? Und wusste man im Westen eigentlich genug über die DDR, um die Berufsbiografien der ostdeutschen Kollegen - und Konkurrenten - beurteilen zu können?
Letzte Änderung am: 13.09.2009, 03.05 Uhr