Der Weg zum nachhaltigen Weltregieren
Sendung vom Sonntag, 15.3.2009 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Harald Müller
An der Spitze der Weltpolitik verschieben sich die Machtverhältnisse: Die USA werden früher oder später ihre wirtschaftliche und politische Führungsrolle verlieren, China und Indien werden dafür umso wichtiger werden. Damit dieser Machtwechsel friedlich vonstatten geht, muss sich in der Weltpolitik einiges ändern, meint Harald Müller, Direktor der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt.
Westliche Regierungen treten oft mit dem Anspruch des moralisch Überlegenen auf: Sie wurden frei gewählt - im Gegensatz zu manch anderem Staatschef. "Wir" - das sind die, die Freiheit, Demokratie und Menschenrechte hochhalten, und diese Wertvorstellungen werden dabei oft als das Ergebnis einer "christlich-jüdischen" Tradition gesehen. Aus Müllers Sicht ist diese Haltung kontraproduktiv. Er fordert vom Westen mehr Demut: Denn aus Sicht der anderen ist die westliche Kultur in ihren Wertvorstellungen auch nicht immer glaubwürdig.
Prof. Harald Müller, Studium der Germanistik, Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaften, 1984 Gastprofessor am Center for International Relations der Johns Hopkins University in Bologna/Italien, 1984 – 1986 Abteilungsleiter für Sicherheitspolitik am Centre for European Policy Studies in Brüssel, 1994 Habilitation, 1994 – 1998 Privatdozent an der TU Darmstadt, seit 1995 Vorstandsmitglied der HSFK und seit 1996 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der HSFK. Harald Müller ist u. a. Mitglied der Wehrstrukturkommission der Bundesregierung und im Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Friedensforschung und seit 2007 Direktoriumsmitglied des Exzellenzclusters der Universität Frankfurt "Die Herausbildung normativer Ordnungen". Er hat mehrere Schriften zum Thema „nukleare Abrüstung und Rüstungskontrolle“ und zu weltpolitischen Fragen herausgegeben.
Letzte Änderung am: 15.03.2009, 08.30 Uhr
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