Anarcho-Syndikalismus in der Weimarer Republik
Sendung vom Freitag, 13.3.2009 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Rolf Cantzen
Der „kurze Sommer der Anarchie“, wie Hans Magnus Enzensberger ihn nannte, war in Deutschland noch kürzer als in Spanien. Nach dem Ersten Weltkrieg gewannen Anarcho-Syndikalisten in der deutschen Arbeiterbewegung an Bedeutung. Sie lehnten Hierarchien und Parteien ab und verbanden eine revolutionäre Grundhaltung mit striktem Anti-Zentralismus. 1921 hatte die Freie-Arbeiter-Union Deutschlands mehr als 150.000 Mitglieder. Sie waren aktiv in der Rätebewegung, betrieben Jugend- und Frauenorganisationen, eine Büchergilde, Kulturvereine und sogar eine Schutzhütte für Wanderer im Thüringer Wald, die Bakunin-Hütte. Zeitzeugen bringen Farbe in die Erläuterungen von Historikern, die sich nur sehr zögernd mit diesem Zweig der Arbeiterbewegung beschäftigen.
Letzte Änderung am: 13.03.2009, 08.30 Uhr
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