Argentinische Fluchthelfer und deutsche Kriegsverbrecher.
Sendung vom Freitag, 21.11.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Aus der Reihe: Nazikollaborateure in der Dritten Welt (3)
Von Karl Rössel
2006 erschien die deutsche Übersetzung des Buches „Odessa – Die wahre Geschichte der Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher“. Der argentinische Autor Uki Goñi hatte bei seinen Recherchen festgestellt, dass Dokumente zu diesem Thema in Argentinien von der Regierung vernichtet wurden. Doch in Archiven rund um die Welt fand er Belege dafür, dass es während des Zweiten Weltkrieges Anweisungen der argentinischen Regierung gegeben hatte, jüdischen Flüchtlingen Visa und Einreise zu verwehren und Naziverbrechern aus Europa zur Flucht zu verhelfen. Dabei wurden die Fäden - wie Goñi nachweist - im Palast des argentinischen Präsidenten Juan Domingo Perón gezogen, einem Bewunderer des europäischen Faschismus. Lateinamerika-Experten hierzulande dagegen verbreiten weiterhin, die organisierte Fluchthilfe für Nazis in Argentinien sei lediglich ein Mythos.
Letzte Änderung am: 12.10.2008, 05.09 Uhr