Sendung vom Dienstag, 8.7.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Udo Zindel
Naturvölker versuchen seit Jahrtausenden, die Wettergeister mit Regentänzen gnädig zu stimmen. Der erste, von Wissenschaftlern ausgelöste Schnee rieselte im Juli 1946 in der Tiefkühltruhe eines US-Labors nieder. Kurz darauf begannen Militärs in Ost und West über den "Wetterkrieg" nachzudenken: Warum dem Gegner nicht eine verheerende Dürre bescheren oder seine Flughäfen mit Nebel verhüllen? Seither ist die Wettermacherei von ebenso grandiosen wie bedenklichen Visionen geprägt: vom Gigantismus der Sowjets, die sibirische Ströme von Nord nach Süd umleiten und so unter anderem das Eismeer freischmelzen wollten, – bis zu amerikanischen Fantasien, den drohenden Klimakollaps mit drehbaren, 2000 Kilometer breiten Weltraumspiegeln auszubremsen. Tatsächlich gibt der Treibhauseffekt selbsternannten Klimaingenieuren jüngst wieder Auftrieb – und die Diskussion über Chemtrails lässt vermuten, dass auch Versuche militärischer Wettermanipulation nicht vom Tisch sind.
Letzte Änderung am: 11.06.2008, 13.11 Uhr