Der missverstandene Buddhismus. Aus der Reihe: Wissen der Weltreligionen (4)
Sendung vom Samstag, 2.2.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Hans-Volkmar Findeisen
Der Buddhismus ist in seiner Heimat Indien längst ausgestorben. Vor allem in China erlebte er seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert einen großen Aufschwung, später in Japan. Dort verschmolz er mit naturphilosophischem Denken und einer diesseitigen Ethik, deren Regelwerk dem Wohlergehen der Gesellschaft dienen sollte. Seine religiösen Wurzeln lösten sich in bloße Disziplin und Ästhetik auf. Die westliche Kultur zeigte sich vor allem vom Zen-Buddhismus fasziniert.
Bereits die Reformpädagogik begeisterte sich für ihn. Bis heute erkennt der Westen im "fremden" Denken ein pädagogisches Hilfsmittel und einen Richtungsweiser aus der kulturellen Krise. Aber handelt es sich dabei nicht um eine bloße Projektion? Warum brauchen wir den Umweg über Asien? Und was hindert uns, mit dem Wahrnehmungsreichtum unserer eigenen religiösen Tradition in einen fruchtbaren Dialog zu treten?
Letzte Änderung am: 23.12.2007, 04.26 Uhr