Die Entzauberung eines Ideals
Sendung vom Sonntag, 13.1.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Franz-Josef Wetz
Mit dem Konzept der Menschenwürde sind zwei Probleme verbunden: Erstens ist der Begriff ein Passepartoutbegriff geworden, er wird immer dann gerne in den Mund genommen, wenn der Redner eine Position einnehmen will, die man nicht mehr kritisieren darf; zweitens gibt es verschiedene Definitionen, die einander ausschließen. Man kann im Sinne Immanuel Kants sagen, der Mensch hat Würde, weil er ein vernunftbegabtes Wesen ist, das zum sittlichen Handeln aufgerufen ist. Man kann aber auch sagen: Dieser idealistische Ansatz, der auf dem Dualismus von Natur und Geist beruht, ist nicht mehr zeitgemäß, er muss über Bord geworfen werden. In der SWR2 Aula werden in vier Sendungen über Menschenwürde diese beiden Standpunkte und ihre ethischen Konsequenzen diskutiert. Franz-Josef Wetz, Professor für Philosophie an der PH in Schwäbisch-Gmünd, zeigt, wie man Menschenwürde neu bestimmen kann.

Franz Josef Wetz
Franz Josef Wetz wurde 1958 geboren. Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik und Theologie 1989 Promotion im Fach Philosophie, 1992 Habilitation. Von 81 bis 93 war Wetz u.a. beschäftigt am Zentrum für Philosophie in Giessen als wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 1994 ist er Professor für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch-Gmünd.
Forschungsschwerpunkte: Hermeneutik, Ethik, Kultur- und Naturphilosophie mit der Frage, welche Konsequenzen haben die modernen Naturwissenschaften für das Selbst- und Weltbild
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Letzte Änderung am: 13.01.2008, 08.30 Uhr