Darwin und die Psychoakustik
Sendung vom Montag, 10.4.2006 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Konrad Lindner

Heftige Drohlaute wecken bei Mensch und Tier nicht Zuwendung oder Kooperation, sondern Aggression. Derartige Laute sind häufig rau und tief, während weiche und melodische Laute beim Adressaten eher als beruhigend und anziehend empfunden werden. Dieser Gegensatz der Klangbilder - den bereits Charles Darwin in dem Buch "The Expression of the Emotions in Man and Animals" (1871) beschrieb - beeinflusst auch unser Empfinden beim Hören von Musik.
Was wir als angenehm oder unangenehm beurteilen, ist nicht allein subjektiv bedingt. Unsere Bewertung ist sowohl eine Angelegenheit des Geschmacks und der Kultur als auch ein Ergebnis der Naturgeschichte. Zu den Herausforderungen der psychoakustischen Forschung gehört es, prüfbare Daten über die emotionale Wirkung von Musik vor allem beim Menschen, aber auch bei Tieren zu erarbeiten. Bei derartigen Studien - wie denen im Emotionslabor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin (IMMM) in Hannover - gibt es eine enge Zusammenarbeit von Musikwissenschaftlern und Zoologen.
Letzte Änderung am: 27.10.2006, 00.36 Uhr
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