Vom "Grünen Baum" zum "Schwarzen Adler"
Sendung vom Donnerstag, 16.6.2005 | 8.30 Uhr | SWR2
Aus der Reihe: Von Gästen und Wirten (1)
Von Sabine Stahl

"Jeder bewirtet den Gast an dem nach Kräften reichlich besetzten Tische. Gebricht's an Vorrat, so macht der bisherige Wirt den Wegweiser zu einer neuen Herberge und geht mit seinem Gast ungeladen ins nächste Haus. Beide werden ohne Unterschied mit gleicher Freundlichkeit aufgenommen", so berichtet im ersten Jahrhundert nach Christus der römische Geschichtsschreiber Tacitus über die ganz selbstverständliche Gastfreundschaft der Germanen.
Damals konnte ein Reisender noch die "freie Gastlichkeit" in einem Privathaus genießen, sich nach dem Willkommenstrunk auf die angebotene Lagerstatt zurückziehen, manchmal sogar gemeinsam mit der Gattin des Hausherrn.
Später, als immer mehr Menschen unterwegs sind, entstehen die ersten öffentlichen, für jedermann zugänglichen, kommerziellen Gast-Stätten - Klosterschänken und Stiftskeller, Weinhäuser und Bräustuben. Die Wirte in diesen Lokalen sind oft aber gar nicht gastfreundlich. Schon in mittelalterlichen Reiseführern gibt es Klagen über überhöhte Preise, verdorbene Speisen und falsche Maße: "Oh welch ruchlose Macht, welch verächtlicher Wucher".
Letzte Änderung am: 26.10.2006, 21.42 Uhr
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