SENDETERMIN Di, 15.3.2005 | 8.30 Uhr

SWR2 Wissen

Volk der Erde

Die Mapuche-Indianer in Argentinien

Von Rhia Herrad

Mapu - das ist die Erde, das Land: die unendliche Weite Patagoniens, topfebene Steppe und Hügelzüge in immer neuen Brauntönen. Diese Weiten durchstreifte einst das Indianervolk der Mapuche.

Mapuche ( Pampa

Pampa-Landschaft in Patagonien

Argentinien - zu dem die Region Ost-Patagonien heute gehört - sieht sich gern als durchweg weißer, europäisch geprägter Staat, doch Ortsnamen künden von einer anderen Geschichte: Neuquén, Caleufú, Chaltén und Bariloche, Worte aus dem Mapuzungun, der Mapuche-Sprache.

Die argentinische Kultur hat ihr indianisches Erbteil, sie weiß es nur nicht. Häufig will sie es auch nicht wissen. So beschönigt man noch heute den Ausrottungskrieg gegen die indigene Bevölkerung im späten 19. Jahrhundert als "Wüstenfeldzug", als Siegeszug der einzig wahren, der europäischen Kultur. Doch die Mapuche haben überlebt, trotz allem; sprechen Mapuzungun, erzählen die alten Geschichten; nachts schauen sie zum Sternenhimmel auf und wissen: Die Sterne sind die Seelen der Ahnen. Zehntausende Indios leben noch heute in der chacra, der Pampa; viele auf dem schlechtesten Boden in Reservaten zusammengepfercht, von Armut und Alkohol zerfressen. Andere haben sich im Stammesrat Pueblo Mapuche zusammengeschlossen, um für bessere Lebensbedingungen, Schulbildung und Anspruch auf ihr Land zu kämpfen. Langsam lernt auch die selbsternannte "europäischste Nation Südamerikas", ihre indigenen amerikanischen Wurzeln Wert zu schätzen.


Stand: 26.10.2006, 21.36 Uhr

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