Ethnische Minderheiten und der Wirtschaftsboom in China
Sendung vom Freitag, 26.8.2005 | 8.30 Uhr | SWR2
Von Immo Sennewald
Nur fünf Prozent der Chinesen gehören einer der 55 anerkannten nationalen Minderheiten an - das aber sind mehr Menschen als Deutschland Einwohner hat. Fast alle verstehen die offizielle Hochsprache Mandarin, sprechen aber daneben eigene Sprachen; viele leben in abgelegenen Dörfern ihre ganz eigene Kultur.
In der autonomen Region Xishuanbanna, dem letzten Urwald Chinas an der Landesgrenze zu Laos und Myanmar siedeln etwa 800.000 Dai. Das Volk gehört - wie der Name vermuten lässt - zu den Thaivölkern.
Seit in China die Wirtschaft brummt und das Land sich geöffnet hat, entdecken ausländische Touristen ebenso wie zu Wohlstand gelangte Bürger der Volksrepublik die überwältigende Landschaft und den kulturellen Reichtum der Minderheiten hier im äußersten Südwesten, in der Provinz Yunnan.
Die Folgen sind zwiespältig: Einerseits kommt Geld in die Dörfer, andererseits lockt der Vormarsch westlichen Lebensstils die jungen Leute fort in die Städte, wo das Geld winkt, und wo so manches Mädchen als Tänzerin oder Konkubine eines reichen Geschäftsmannes endet.
Letzte Änderung am: 27.10.2006, 00.04 Uhr
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