Literatur und Gewalt in Kolumbien
Sendung vom Donnerstag, 26.2.2004 | 8.30 Uhr | SWR2
Aus der Reihe: Spurensuche
Von Sheila Mysorekar
Gewalt ist ein zentrales Thema in der kolumbianischen Literatur. Kein Wunder bei Tausenden von Morden und Entführungen pro Jahr, bei 2,5 Millionen Menschen, die aus Angst vor Verfolgung fliehen und untertauchen. 90 Prozent aller Morde bleiben straffrei. Kolumbien befindet sich im Krieg. Muss sich das alles in der Literatur niederschlagen? "Ja", sagt die Schriftstellerin Laura Restrepo: "Ich muss die Gewalt aufs Papier bringen wie einen Zauberspruch, um sie zu bändigen, auf Distanz zu bringen, aus mir herauszureißen". Laura Restrepo und andere kolumbianische Schriftsteller schreiben über die tägliche Bedrohung, sei es durch die Drogenmafia, durch Polizei oder Guerilla-Kämpfer. Sie schildern aber auch die vielfältigen Versuche, sich von ihrer Angst nicht lähmen zu lassen.
Letzte Änderung am: 26.10.2006, 21.13 Uhr