Brückenschlag nach Kuba. Floridas Exilkubaner beenden ihren Kalten Krieg. Von Dirk Asendorpf. Little Havana wird die Innenstadt von Miami gerne genannt. Fast die Hälfte der zwei Millionen Einwohner der Metropolregion im äußersten Süden Floridas hat kubanische Wurzeln, Spanisch ist im Alltag genauso präsent wie Englisch, ebenso kubanische Musik und Kunst. Jahrzehnte lang war die Exilgemeinde fest im Griff antikommunistischer Organisationen, bei Wahlen konnten sich konservative Republikaner auf ihre Unterstützung verlassen. Doch seit dem Amtsantritt Barack Obamas weht frischer Wind durch Little Havana. Der Reiseverkehr zwischen Miami und Kuba hat stark zugenommen, der von der US-Regierung finanzierte Propagandasender Radio Martí hat seine Aufrufe zum Sturz des Castro-Regimes eingestellt - und setzt auf Wandel durch Annäherung.