Sendung vom Donnerstag, 9.2. | 7.07 Uhr | SWR2
Nach den neuen Vorwürfen gegen den Bundespräsidenten:
"Es wird Zeit, dass er eine Entscheidung trifft und die auch öffentlich macht"
Baden-Baden: Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki hat Bundespräsident Wulff nahe gelegt, nach den Berichten über einen gemeinsamen Sylt-Aufenthalt mit dem Filmunternehmer Groenewold über seine Zukunft nachzudenken. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte Kubicki, Wulff müsse „entscheiden, wie lange er das sich selbst und seiner Familie noch antun“ wolle. Für den Bundespräsidenten gelte zwar die Unschuldsvermutung genau so wie für jeden anderen Menschen. Die Vorstellung allerdings, dass Wulff das Geld für seine Übernachtungskosten beim Auschecken aus dem Hotel dem Filmunternehmer in bar überreiche und die Nebenkosten mit der Kreditkarte bezahle, sei „so lebensfremd“ und so „extrem unwahrscheinlich“, dass sie kaum nachzuvollziehen sei. Der „böse Schein“, der entstanden sei, würde bei einem einfachen Ministerialbeamten mindestens zu einem Disziplinarverfahren führen, sagte Kubicki. Wulffs anwaltliche Erklärungsversuche seien zu einer „schweren Belastung“ der Glaubwürdigkeit und der Wirkungsmöglichkeiten des Staatsoberhaupts geworden. Es werde „Zeit, dass er eine Entscheidung trifft und die auch öffentlich macht“.
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 17.15 Uhr