Sendung vom Montag, 6.2. | 7.07 Uhr | SWR2
Zu den Voraussetzungen für eine Sanierung Griechenlands: "Die Marktwirtschaft ins Land lassen"
Der „Wirtschaftsweise“ Lars Feld rechnet damit, dass Deutschland demnächst rund 8 Milliarden Euro seiner Griechenland-Hilfe abschreiben muss. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte Feld, Griechenland brauche inzwischen aller Voraussicht nach einen Schuldenschnitt von mehr als 70 Prozent, weil es wirtschaftlich nicht so gewachsen sei und auch nicht so konsolidiert habe wie erwartet . Die Regierung Papademos werde aber vermutlich den privaten Banken allein diesen Schuldenverzicht nicht nicht abhandeln können. Deshalb müssten bald auch die Euro-Staaten als öffentliche Gläubiger mit einstehen, sagte Feld. Für Deutschland bedeute das wohl, dass es auf die Hälfte seiner Garantien aus dem ersten Hilfspaket verzichten müsse. Diese „etwas weniger als 8 Milliarden“ Euro würden sich bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beziehungsweise im Bundeshaushalt nieder schlagen. Da derzeit weder die Bundesregierung noch andere europäische Regierungen „so richtig viel Lust“ auf diese Art Schuldenschnitt hätten, werde vermutlich mit der EZB verhandelt, damit diese auf ihren Gewinn aus Griechenland-Anleihen verzichte.
Letzte Änderung am: 05.02.2012, 19.09 Uhr