Sendung vom Mittwoch, 7.12.2011 | 17.05 Uhr | SWR2
Was wäre Kultur ohne Preise?
Es diskutieren:
Sigrid Löffler, Literaturkritikerin, Berlin
Gustav Seibt, Journalist und Historiker, Berlin
Hubert Winkels, Literaturkritiker und Juror des Ingeborg-Bachmann-Preises, Köln
Gesprächsleitung: Burkhard Müller-Ullrich
Man muss schon großes Pech haben, um als Kultur- und vor allem Literaturschaffender (vormals: Schriftsteller) in Deutschland nicht bereits in den ersten zehn Minuten seines öffentlichen Wirkens mit irgendeinem Preis bedacht zu werden. Das Geld wird zwar überall knapp, aber die Zahl der Auszeichnungen nimmt ständig zu. Steigt damit auch die allgemeine Wertschätzung fürs Geistige? Jeder weiß doch (und nicht bloß von Thomas Bernhard), dass die meisten Ehrungen eigentlich Demütigungen sind; man muss sich nur die betreffenden Juroren anschauen. Wozu also das Theater? Sind nicht alle, die da mitmachen, tief in eine zynische Doppelbödigkeit verstrickt: Man schmückt sich mit dem, was man verachtet; man verleiht demjenigen Preise, den man sich vom Leib halten möchte?
Letzte Änderung am: 07.12.2011, 18.08 Uhr