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UN-Klimakonferenz in DurbanKlimaschutz in der Krise

Werner Eckert wird aus Durban berichten

Am 28. November beginnt in Durban in Südafrika die 17. UN-Klimakonferenz. Werner Eckert, Leiter der Redaktion Umwelt und Ernährung im SWR, beschreibt, wie die Berichterstattung organisiert wird, was von der Konferenz zu erwarten ist und worin er seine Aufgaben als Journalist sieht.

Eine Klimakonferenz belastet das Klima. Tausende fliegen jetzt nach Durban in Südafrika, hin und zurück – und ich bin einer von denen. Aber ich habe kein schlechtes Gewissen. Denn es gibt so viele ähnliche große Konferenzen auf dieser Welt, die gar nichts bewegen können und über die sich niemand aufregt. Beim Klimaschutz besteht zumindest die Möglichkeit, dass dabei eine international verbindliche Regelung entsteht. Der mögliche Nutzen ist deutlich höher als der unmittelbare Schaden.

Die ARD-Chefredakteure stellen schon monatelang vorher einen »Pool« zusammen. Der Korrespondent vor Ort ist meistens dabei und manchmal einer aus einem wichtigen Teilnehmerland, beispielsweise aus den USA. Und dann eben solche Fachkorrespondenten – etwa aus den Umweltredaktionen. Der Pool stellt sicher, dass mit einem relativ kleinen Aufwand alle ARD-Anstalten und Sender verlässlich mit Informationen und Beiträgen bedient werden.

Sobald die Besetzung steht, organisiert der Pool-Chef, in der Regel der Korrespondent vor Ort, also jetzt Claus Stäcker in Johannesburg, Unterkünfte. Die Flüge buchen die Kollegen selbst. Eine wichtige Frage ist: Welche technischen Voraussetzungen gibt es am Tagungsort? Welche Übertragungsmöglichkeiten in welcher Qualität stehen zur Verfügung? Wie steht es mit dem Internet und was kostet das alles? Unsere moderne Technik macht vieles möglich, man muss nur wissen, worauf man sich einlässt.

Bei der Klimakonferenz im vergangenen Jahr etwa gab es in Mexiko keine ISDN-Leitungen, wie wir sie in Deutschland kennen. Heute können wir auch über normale Telefonverbindungen Sprache in einer Qualität fast wie im Studio übertragen, aber dazu braucht man andere Geräte. Und die brauchen alle Stationen in Deutschland, sonst funktioniert die Übertragung nachher nicht.

Jahrelang war es üblich, Journalisten alleine zu solchen Ereignissen zu schicken. Jetzt gibt es eine Rückbesinnung: Es ist wieder ein Techniker mit im Team, der dafür sorgt, dass alles klappt und wir uns auf die Inhalte konzentrieren können. Und das wird spannend genug.

Der internationale Klimaschutz steckt nämlich seit dem Gipfel von Kopenhagen 2009 ziemlich in der Krise. Dort ist es nicht gelungen, ein Nachfolgeabkommen für das sogenannte Kyoto-Protokoll zu verabschieden. Und jetzt sieht es so aus, als werde es ein solches umfassendes Abkommen vielleicht nicht mehr wieder geben. Die Lage ist unübersichtlicher geworden. Und das ist viel schwieriger zu vermitteln. Die klassische Mediensituation ähnelt ja dem Showdown im Western: Der Gute mit dem weißen Hut und der Böse mit dem schwarzen stehen einander gegenüber und am Ende hat einer gesiegt. Abkommen oder kein Abkommen? Sind die USA dabei oder nicht? Das waren überschaubare Gefechtslagen, die auch vermittelbar waren. Jetzt geht es um komplizierte und fragile Einzelthemen und Versuche, kleine Fortschritte in der Sache zu machen. Das Interesse an den Klimaverhandlungen hat denn auch – nach Kopenhagen – deutlich abgenommen.

Die Maxime heißt nun auch für Durban: Den Faden nicht abreißen lassen! Die politische Grundlage ist stark genug, um darauf mehr internationalen Klimaschutz aufzubauen. Eines Tages…

Werner Eckert

Letzte Änderung am: 22.11.2011, 11.06 Uhr

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