Sendung vom Montag, 11.10.2010 | 17.05 Uhr | SWR2
Wie deutsche Universitäten islamische Geistliche ausbilden wollen
Es diskutieren:
Prof. Dr. Harry Harun Behr, Islamische Religionslehre, Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Reinhard Schulze, Islamwissenschaftler, Universität Bern
Prof. Dr. Klaus von Stosch, katholischer Theologe und Kulturwissenschaftler, Universität Paderborn
Gesprächsleitung: Holger Gohla

Imame sind nicht in Deutschland verwurzelt
Imame in Deutschland müssen künftig wie christliche Theologen wissenschaftlich ausgebildet werden und auf Deutsch predigen, lautet eine Forderung von Politik und Gesellschaft. Bisher kommen die meisten aus dem Ausland und kümmern sich oft wenig um Sprache, Kultur oder Demokratieverständnis. Künftig sollen Studienzentren an deutschen Hochschulen, darunter auch in Tübingen, für die Ausbildung islamischer Geistlicher sorgen, die längst mehr sind als traditionelle Vorbeter. Doch noch ist nicht ausgemacht, ob die Moscheegemeinden überhaupt islamische Akademiker akzeptieren werden.Weitere Fragen sind offen: Wer legt die Inhalte des Studiums fest? Wie unabhängig können islamische Wissenschaftler arbeiten und woher kommen sie? Was tragen die neuen Fakultäten bei zur Integration des Islam in die demokratische Gesellschaft? Wer finanziert die Einrichtung islamischer Studienzentren und warum mahnen Kritiker zur Vorsicht?
Letzte Änderung am: 09.10.2010, 06.10 Uhr