Sendung vom Freitag, 21.11.2008 | 17.05 Uhr | SWR2
Die Evangelische Kirche und der Kapitalismus
Es diskutieren:
Prof. Dr. Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Hannover
Prof. Dr. Wolfgang Nethöfel, Leiter des Instituts für Wirtschaft und Sozialethik, Universität Marburg
Prof. Dr. Franz Segbers, Referent für Ethik beim Diakonischen Werk Hessen und Nassau
Moderation: Holger Gohla
Man pflanzt Kohlköpfe zum Wohle Gottes. Auf diese Formel hat Egon Friedell die protestantische Ethik gebracht. Wahlweise kann man auch eine mittelständische Strickwarenfabrik betreiben oder Hustensaft herstellen – Hauptsache, der wirtschaftliche Erfolg beruht auf frommem Fleiß und produktivem Verzicht. So lautet Max Webers These der innerweltlichen Askese im Protestantismus. Der Reformator Johannes Calvin verstand Eigentum demgemäß als segensreiche Gabe Gottes. Martin Luther allerdings wetterte gegen den Wucher. Denn im Neuen Testament steht, niemand könne zugleich Gott und dem Mammon dienen. Wie sollen evangelische Christen im Kapitalismus leben? Wie sollen sie wirtschaften? Welche Rolle spielt der Verzicht heute? Vor allem der solidarische Verzicht zugunsten der Armen, der so oft gepredigt wird? Wie denken Evangelische im Zeitalter der Globalisierung über Gewinn? Immerhin legen auch evangelische Institutionen ihre Einnahmen gewinnbringend an. Wie verändert die Finanzkrise das Verhältnis zum Kapitalismus?
Letzte Änderung am: 25.11.2008, 12.46 Uhr
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