Sendung vom Dienstag, 8.6.2010 | 17.05 Uhr | SWR2
Wie viel Bio verträgt die Natur?
Es diskutieren:
Kathrin Hartmann, Autorin
Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)
Detlef Stoffel, Mitbegründer der Naturkostbewegung in Deutschland
Moderation: Susanne Henn

Das EU-Bio-Label prangt auf immer mehr Produkten. Jeder Discounter hat mittlerweile eine eigene Bio-Marke, die "ökologisch gerechten Genuss" erschwinglich macht. Da die heimische Nachfrage das Angebot bei weitem übertrifft, werden Bio-Produkte aus aller Welt importiert. Dies hat Folgen für die Landwirtschaft der exportierenden Länder, denn in der EU-Bio-Richtlinie ist zum Beispiel nicht definiert, wie viel Wasser beim Bio-Anbau verbraucht werden darf. Der CO2-Ausstoß ist ebenfalls nicht begrenzt. Auch auf Bio-Höfen werden Landarbeiter wegen fehlender Sozial-Standards ausgebeutet. Und Massentierhaltung findet man dort auch – nur eben in Bio-Qualität. Verträgt sich all das noch mit der ursprünglichen Öko-Intention? Sorgt der hiesige Bio-Boom dafür, dass die Standards immer weiter sinken?
Buch-Tipp:
Kathrin Hartmann: Ende der Märchenstunde: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt, Karl Blessing Verlag 2009, 16,95 Euro
Letzte Änderung am: 05.06.2010, 04.33 Uhr